Colombo (Sri Lanka) – Die Landwirte auf Sri Lanka haben einen gemeinsamen Feind: Affen! In großen Gruppen plündern sie Plantagen, machen sich über Kokosnüsse, Cashews und Mangos her und richten erhebliche Schäden an.
Als weltweit viertgrößter Kokosnussproduzent und bedeutender Erzeuger anderer Nüsse ist Sri Lanka stark von der Landwirtschaft abhängig – mehr als acht Millionen Menschen arbeiten in diesem Sektor. Doch die Verluste sind enorm: Jährlich geht rund ein Fünftel der Ernte durch die gefräßigen Tiere verloren.
Regierung startet groß angelegte Tierzählung
Um das Ausmaß des Problems zu erfassen und Lösungen zu entwickeln, startete die Regierung am 15. März eine umfassende Zählung der Affenpopulation. Auch Riesenhörnchen und Pfauen werden dabei erfasst. „Die Situation ist so ernst, dass manche Bauern ihre Felder aufgeben“, erklärte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Namal Karunaratne.
Warum dringen die Tiere in landwirtschaftliche Gebiete ein?
Bauern vermuten, dass die verstärkte Präsenz von Wildtieren auf den Feldern mit dem Schwund ihrer natürlichen Lebensräume zusammenhängt. So zählte Bauer Edirisinghe Arachchilage Gnanasena (72) aus Dambulla innerhalb von nur fünf Minuten 45 Affen, sechs Riesenhörnchen und neun Pfauen auf seinem Grundstück.
Die Zählung soll helfen, die Tierpopulation in Agrargebieten besser zu verstehen und Strategien zur Schadensbegrenzung zu entwickeln.